“Mein ganzes Leben war ein Kampf” (Sakinè Cansiz, Mitbegründerin der kurdischen Befreiungsbewegung)
Bis zu ihrem gewaltsamen Tod am 9. Januar 2013 hat sie ihren Kampf ohne Unterbrechung fortgesetzt. Zwischen 1996 und 1998 hat sie drei Bände ihrer Autobiographie in den Kurdischen Bergen und im Nahen Osten geschrieben. Das erste Buch erzählt die Gründungsgeschichte der Bewegung aus der Perspektive einer Frau. Es geht um ihre Kindheit, beginnend mit ihrer Geburt und der Beschreibung ihrer Familie, die Umstände, in denen sie aufgewachsen ist, wie sie die Befreiungsbewegung kennengelernt hat, die Arbeit, die sie in dieser Zeit verfolgt hat und die politischen Entwicklungen, ebenso wie ihre Verhaftung im Jahre 1979. Der zweite Band handelt von den Jahren 1979 bis 1990, die Sara in den türkischen Gefängnissen verbracht hat; eine widerständige Erzählung gegen die Entmenschlichung, eine Erzählung von Willenskraft und unerschütterlicher Hoffnung. Sie erzählt vom legendären Widerstand der Gefangenen im Gefängnis von Diyarbakir nach dem Militärcoup in der Türkei im Jahre 1980. Es ist die Erzählung einer Frau, die sich der physischen und psychologischen Folter nicht beugt, der es gelingt, außergewöhnliche Momente von Solidarität unter Frauen auch in den unmöglichsten Situationen zu schaffen; die aber auch von Liebe spricht, und wie diese einen vollendeten Sinn nur innerhalb des revolutionären Kampfes erreichen kann. Der dritte Band berichtet von der Zeit nach ihrer Befreiung, die sie teils in der Parteiakademie, teils in den Bergen mit der Guerilla verbringt. Für die kurdische Frauenbewegung ist diese Trilogie ein bedeutendes Werk, welches die Geschichte ihrer Entstehung erzählt, vermittelt durch eine ihrer wichtigsten Protagonistinnen.